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Hifi – Röhrenverstärker?Der Begriff „Hifi“ stammt aus den USA und wurde dort in den 20er Jahren geprägt als es erstmalig möglich war Schallplatten "elektrisch" aufzunehmen. Bis ca. 1928 war die Tonaufzeichnung eine rein mechanische Angelegenheit. Etwa um die gleiche Zeit entwickelte man bei der Western Electric in den USA die legendären Röhren WE 274 und WE 300 B, der Tonfilm kam auf und die Kinos brauchten Verstärker und Lautsprecher. Die Wiedergabequalität machte einen Riesenschritt nach vorne. Die ersten HiFi - Röhrenverstärker waren meist Kino-Verstärker. Am besten klangen sie mit den Hornlautsprechern des Deutsch-Amerikaners Paul Klipsch der in den USA einen Ehrenplatz in der Audio Hall of Fame erhielt. Der WE 91 Verstärker von Western-Electric wird bis heute von Enthusiasten nachgebaut. Sein Debut hatte er in den 30er jahren! Röhrenverstärker entwickelten sich schnell weiter. D.T.N Williamson brachte 1947 sein Konzept eines symmetrischen aufgebauten Verstärkers auf - heute ein Klassiker. Mit dem Aufkommen der Pentode stieg die Leistung erstmalig an, spaltete aber die damals kleine Audio-Szene in Trioden und Pentoden Fans. Zu hart, zu schrill und vielleicht auch ungewohnt direkt klangen die ersten mit Pentoden ausgerüsteten Röhrenverstärker. Der Versuch den Pentoden den "Triodenklang" anzuerziehen, brauchte die nächste Weiterentwicklung. Hafler und Kereos stellten den "Ultralinear-Verstärker" vor. Die Schirmgitter der Pentoden wurden jetzt in eine Gegenkopplung einbezogen - wieder ein Sprung nach vorne. P.J. Baxandell entwickelte 1952 eine aktive Klangregelung. Jetzt konnten Bässe und Höhen stark betont oder stark abgesenkt werden. Die deutschen Techniker sagen "Kuhschwanzentzerrer" dazu. Die Bandbreite wurde weiter, der Klirrgrad niedriger, sie wurden immer besser. Entwickelt von Kennern - für Kenner. Die Firma QUAD kennt man in Hi-Fi Kreisen. Peter Walker stand hinter dem nächsten Quantensprung zu dem er bereits 1945 ansetzte. Die Quad II Endstufen wurden "State of Art". Avery Fisher baute in den USA ab 1937 Radios, dann auch Verstärker. Sein X-100 A wartet mit Leistungen (nicht Ausgangsleistungen) auf, die hervorragend sind. Um 1962 kostet er in Deutschland fast 1000 Mark - trotzdem ist er hier angekommen. Die deutsche Firma ELAC importierte ihn und andere "The Fisher" als sinnvolle Ergänzung hochwertiger Plattenspieler. Heute noch existiert ein Betrieb in New York der diese Geräte restauriert. Die Firma Marantz baute lange Röhrenverstärker. Sol Marantz entwickelte legendäre Verstärker, die sogar in einer Retro-Version in den 90er Jahren nachgebaut wurden. Die Firma verkaufte er jedoch in den 70ern komplett nach Japan. Hifi Röhrenverstärker im Wandel Der Hifi - Begriff wandelt sich. Das was technisch möglich ist markiert immer die jeweilige Obergrenze. Die alten Verstärker bleiben Klassiker, heiß geliebt von Kennern, die notfalls um den halben Erdball telefonieren um KT 66 Röhren von Mullard oder G.E.C für einen Quad II zu bekommen, oder originale 7189 für einen The Fisher X-100 A. Irrational? Transistoren können das besser? Vielleicht. Aber Transistoren vermitteln keine Emotionen beim Musikgenuss. Es ist einfach der Unterschied zwischen der Dampflok und dem ICE. Was heute Röhren können ist nach wie vor zeitgemäß, mit etwas zusätzlichen Aufwand beim Aufbau, Stromverbrauch, Platzbedarf und Hitzeentwicklung. So what! Ich mag Dampfmaschienen. |





Hifi Röhrenverstärker